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Weihnachtsgedichte ------------------ |
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Weihnachtsgedichte. Eine kleine Sammlung von Weihnachtsgedichten.
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Christnacht im Walde
Hoch ob dem
Forste, eingeschneit Auf wilder, kahler Halde, Steht eine Tanne, hoch
und breit, Im finstern Wasgauwalde. Es naht kein Mensch dem stolzen
Baum Und einsam träumt er seinen Traum, Der Ort ist nicht
geheuer. Nur wenn die ewig hehre Nacht Zur Erde niedersinket,
In der mit traulich sanfter Pracht Des Christbaums Leuchten blinket,
Da regt es sich im dichten Tann, Da kommt es trippelnd, leis heran,
Als wie auf Geisterfüßen. Es naht vom Berge, aus dem
Feld Und aus des Waldes Hallen, Vom Mondlicht ist der Plan erhellt,
In tausend von Kristallen Gleich blankem Silber glänzt der
Schnee, Hoch streckt die Tanne sich zur Höh' - Ein Christbaum
wunderbarlich. Und unter ihrer Aeste Dach, Die wie in Schauern
beben, Beginnt um Mittnacht allgemach Ein seltsam fremdes Leben:
Und Hirsch und Eber, Dachs und Reh, Sie kommen durch den blanken
Schnee Heran zum Weihnachtsbaume. Und wenn um Mittnacht fern und
nah Die Kirchenglocken klingen Und Fromme ihr Hallelujah Dem Kind
aus Betlem singen, Dann beugen sie die Häupter All', Dann
tönt es dumpf hinab zu Thal: Gott Ehre in der Höhe! Es
löset uralt festen Bann Die wundersame Stunde, Daß selbst
das Thier Gott preisen kann Mit menschengleichem Munde. Der Forstmann
aber mag mit Graun Am andern Tag die Spuren schaun Von tausend kleinen
Hufen. Doch Niemand darf zur Tanne gehn, Es wäre sein
Verderben, Denn wer das Wunder hat gesehn, Muß von dem Anblick
sterben. So fand man einen Wandrer todt Dereinst im
Festtagsmorgenroth Beim Waldesweihnachtsbaume. Anton Ohorn
Weihnacht
Nun tragt ins Zimmer mir herein
Den grünen Tannenbaum. Ich möchte einmal träumen noch
Den süßen Weihnachtstraum.
Die goldnen Nüsse bringt
herbei Aus dem verschlossnen Spind, Die roten Kugeln auch, die noch
Nicht all' zerbrochen sind.
Und packt die alte Krippe aus: Den
Stall mit seinem Stern, Maria, und den Josef fromm, Und unsren lieben
Herrn.
Die Weisen aus dem Morgenland, Der Engel goldne Schar,
Den Hirten, dessen runder Kopf Einst voller Locken war.
Den
weißen Wachsstock nimm vom Sims, Den ich zu Kerzlein schnitt. Er
ward geweiht am Lichtmeßtag, Ich selber bracht' ihn mit.
Und
setz' dich nieder am Klavier, Damit das süße Lied Vom
Jesulein aus Davids Stamm Die Seele mir durchzieht.
Dann
schließ' ich meine Augen zu. Des Lebens Qual verrinnt. Ich knie
am alten Krippchen hin Und bin ein selig Kind. M.Herbert
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